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Lunch & LEADERSHIP

Energie, die Wirkung entfaltet

Wie Führungskräfte und Teams ihre Organisationale Energie erfassen, verstehen und gezielt ausrichten können | kostenfreier Expert:innen-Talk

Donnerstag, 25. Juni 2026 | 12 – 13 Uhr
online via Zoom | kostenfrei

Logo unseres Formats Lunch & X-CHANGE

In unserem nächsten Lunch & LEADERSHIP
am Donnerstag, 25.06.2026 von 12 bis 13 Uhr
geht es um

Energie, die Wirkung entfaltet

Manche Teams arbeiten hart – und kommen trotzdem nicht voran. Andere scheinen mühelos Energie zu erzeugen, die sich auf alles und jeden überträgt. Was ist der Unterschied?
Organisationale Energie ist einer der wirkungsvollsten – und am häufigsten übersehenen – Hebel in der Führungs- und Organisationsentwicklung. Sie entscheidet darüber, ob Veränderungen wirklich ankommen, ob Teams ihr Potenzial entfalten, ob Strategie lebt oder auf Papier bleibt.

In dieser Session sprechen Martin Merdes und Niklas Weiser über die Frage, wie Energie in Organisationen entsteht, verschwindet und gezielt gestaltet werden kann. Was steckt hinter Beschleunigungs-, Trägheits- und Korrosionsfallen? Wie erkennen Führungskräfte, in welchem Energiezustand ihr Team wirklich ist – und was können sie konkret tun?
Keine abstrakten Modelle. Sondern ein Gespräch mit Praxisbeispielen, ehrlichen Beobachtungen und einer Frage, die Sie direkt in den nächsten Arbeitstag mitnehmen können.

30 Minuten Talk. 30 Minuten gemeinsamer Austausch. Kostenfrei. Online. In der Mittagspause.

Inhalte
  • Was ist Organisationale Energie – und warum ist sie oft der blinde Fleck in Veränderungsprozessen?
  • Die vier Energiezustände: Produktive Energie, angenehme Energie, Resignative Trägheit, korrosive Energie 
  • Was Energie kostet und was sie freisetzt: Typische Muster in Teams und Organisationen (hier könnten wir über die Energiefallen – Beschleunigungsfalle, Trägheitsfallen Korrosionsfalle sprechen)
  • Von der Diagnose zur Entwicklung: Wie Organisationen und Teams mit dem Wissen über ihre Energie konkret arbeiten können
  • Praxisbeispiele: Was hat sich verändert, wenn Energie bewusst zum Thema gemacht wurde?
  • Kurzvorstellung: Die Messung als eine Möglichkeit, Energie sichtbar und besprechbar zu machen
  • Die Führungsfrage: Was kann ich als Führungskraft morgen anders machen?
Unsere Experten
Niklas Weiser – Consultant und Business Trainer

Niklas Weiser

Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen

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Niklas Weiser ist Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen. Er begleitet seit 3 Jahren Transformations- und Kulturprozesse mit Schwerpunkt Leadership sowie Mitarbeitendenbefragungen. Dabei verbindet er konsequent Wissenschaft und Praxis: Er macht weiche Faktoren messbar, übersetzt Daten in klare Entwicklungshebel und gestaltet Veränderung partizipativ und evidenzbasiert. Seine Stärke liegt darin, Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit so zu entwickeln, dass sie im Alltag wirksam werden: verständlich, umsetzbar und überprüfbar.


Martin Merdes – Neuland Development
Martin Merdes

Geschäftsführender Gesellschafter,
Neuland Development

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Martin Merdes begleitet seit 15 Jahren Führungskräfte und Organisationen in Veränderungs- und Entwicklungsprozessen – als Berater, Facilitator und Geschäftsführer von Neuland Development. Was ihn antreibt: die Überzeugung, dass nachhaltige Wirkung weniger durch bessere Tools entsteht als durch tiefere Haltung. Bei Lunch & Leadership stellt er die Fragen, die ihn selbst täglich bewegen – ohne Anspruch auf fertige Antworten, aber mit echtem Interesse am Gespräch.

Lunch & LEADERSHIP

Führung neu denken. Mittags. Mit uns.

Die Antworten auf die großen Führungsfragen heute sind selten ein neues Tool. Selten eine neue Methode. Meistens sind es keine Antworten – sondern die Fähigkeit, mit Widersprüchen zu leben, Mehrdeutigkeit auszuhalten und trotzdem zu handeln.
Das lässt sich nicht googeln. Und es steht in keinem Masterplan.

Lunch & LEADERSHIP ist kein Format für schnelle Lösungen. Sondern für Menschen, die bereit sind, die richtigen Fragen ernst zu nehmen – auch wenn sie unbequem sind. Jeden Monat ein Thema, das Führung heute wirklich bewegt. Ein Experte, der Tiefe mitbringt. Ein Gespräch, das nicht mit einer Folie endet.

Kostenfrei. Online. In der Mittagspause.
Weil Führungsstärke heute weniger mit Wissen anfängt – sondern mehr mit Haltung.

Führung neu denken. Mittags. Mit uns.
Wir laden Sie herzlich ein: zum Zuhören, Mitdenken, Reflektieren, Fragen stellen. Und freuen uns sehr darauf, Sie bei unserem Lunch & LEADERSHIP zu treffen und gemeinsam zu lernen.

Für wen ist das interessant?

  • für Geschäftsführer:innen & Inhaber:innen mittelständischer Unternehmen, die ihre Organisation strategisch weiterentwickeln wollen.
  • für Führungskräfte, die sich auf neue Leadership-Herausforderungen vorbereiten.
  • für HR-Entscheider:innen, die PE & OE als strategische Hebel nutzen.
  • für alle, die sich gerne vertieft mit spannenden Themen auseinandersetzen wollen.
Wir laden Sie ein
Niklas Weiser – Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen

Donnerstag, 25. Juni 2026

Energie, die Wirkung entfaltet
Wie Führungskräfte und Teams ihre Organisationale Energie erfassen, verstehen und gezielt ausrichten können
Niklas Weiser

Niklas Weiser – Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen
Niklas Weiser – Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen

Donnerstag, 24. September 2026

Führen in unsicheren Zeiten
Was Krise und Unsicherheit wirklich von Führung verlangen – und warum Resilienz mehr ist als Durchhalten

Claudia Neumann und Prof. em. Dr. Theo Wehner


Niklas Weiser – Consultant und Business Trainer bei der energy factory St. Gallen

Donnerstag, 26. November 2026

KI einführen – ohne Masterplan und ohne Chaos?
Was wir aus der Agilitätswelle gelernt haben – und diesmal anders machen können
Thomas Heupel

Unsere Themen

Themen, die uns schon beschäftigt haben

Prof. em. phil. Theo Wehner – Experte für den Umgang mit Unsicherheiten
Wenn Gewissheiten schwinden
Strategien für den Umgang mit Unsicherheit

Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner

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„Wenn die Insel des Wissens größer wird,
wird auch das Ufer des Nicht-Wissens größer.“
Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner

Ungewissheit ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Wie können wir sie nicht nur aushalten, sondern ihr sogar etwas Konstruktives abgewinnen? Sie sogar als Entwicklungschance begreifen?
Diesen Fragen haben wir uns in unserer jüngsten Online-Veranstaltung Lunch & X-CHANGE mit Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner (Experte für Arbeits- und Organisationspsychologie) und Martin Merdes (Geschäftsführer Neuland Development) gewidmet. In einem inspirierenden Austausch wurden Perspektiven geteilt, Erfahrungen reflektiert und mögliche Wege im Umgang mit Unsicherheit aufgezeigt: Die Kraft der Akzeptanz: Ja, es ist unsicher! 

Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner machte gleich zu Beginn deutlich: „Ungewissheit ist keine vorübergehende Störung, sondern eine grundlegende Bedingung unseres Lebens. Wer darauf wartet, dass sie verschwindet, wartet vergeblich.“ Diese Aussage öffnete den Raum für eine intensive Diskussion darüber, wie wir Ungewissheit nicht als Feind, sondern als natürlichen Begleiter des Lebens betrachten können. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Sobald ich aufhöre, gegen die Unsicherheit anzukämpfen, wird mein Kopf frei für neue Möglichkeiten.“

Bewusst Reflektieren und Emotionen zulassen
Alte Gewissheiten loslassen – sich um neue Gewissheiten bemühen: Oft sind es unsere eigenen unhinterfragten Grundannahmen und Gewissheiten, die uns gerade in diese Unsicherheiten führen. Aber alte Gewissheiten haben keinen Garantieanspruch und es kann helfen, innezuhalten und sich bewusst zu machen: Welche Überzeugungen muss ich loslassen? Und welche könnte stattdessen hilfreich sein? Im Umgang mit Unsicherheit ist es wichtig, den Emotionen Raum zu geben und sie nicht nur zu rationalisieren und wegzudrücken.

Das Privileg Zweifeln zu dürfen und Nicht-zu-Wissen
Was für die Wissenschaft die zentrale Grundlage ist, wird heute auch für Führung essentiell: Zweifeln dürfen. Sich irritieren zu lassen und dann daraus methodisch Hypothesen zu gewinnen, denen man sich dann im Experiment und durch Beobachtung nähert. Wir können als Führungskräfte keine Rezepte und Anleitungen mehr geben. „Ich muss mich für Außenstehende als jemand präsentieren, der nicht alles weiß und nicht weiß, wo es langgeht“, so Wehner. Das erfordert Mut und eine gewisse Erwartungs-Enttäuschungskompetenz. Stattdessen gilt es, beobachten zu lernen, Muster und Regelmäßigkeiten in komplexen Systemen zu suchen. Und dann trotzdem zu wissen: Ich kann keine eindeutigen Prognosen treffen, aber Experimentieren, Lernen und Annäherungen finden.

Die Bedeutung von Gemeinschaft
Eine besonders bewegende Erkenntnis aus der Diskussion: Ungewissheit wird leichter tragbar, wenn wir sie teilen. Ob im Team, in der Familie oder in Netzwerken – gemeinsam können wir Ambiguität besser aushalten und konstruktiv gestalten. Eine Teilnehmerin berichtete aus eigener Erfahrung: „Wenn ich mich austausche, merke ich, dass meine Unsicherheiten gar nicht so einzigartig sind – und dass andere vielleicht genau die Fragen haben, die auch mich beschäftigen.“

Konkrete Schritte für den Alltag
Wie können wir Unsicherheit in etwas Produktives verwandeln?

Einige Anregungen aus der Veranstaltung:
  • Annehmen statt bekämpfen
    Ungewissheit ist Teil des Lebens. Widerstand kostet Energie, während Akzeptanz neue Möglichkeiten eröffnet.
  • Innehalten und Ungewissheit bewusst wahrnehmen
    Statt sie zu verdrängen, sich fragen: Was genau macht mich unsicher? Ist es eine reale Bedrohung oder vielleicht auch eine Möglichkeit? Und was könnte mir helfen, damit umzugehen?
  • Mut zur Improvisation
    Sich selbst erlauben, Pläne anzupassen und neue Wege auszuprobieren. Und Improvisieren als ganz normal in beweglichen Prozessen zu begreifen – nicht als „Ausnahme“ oder „Verlegenheitslösung“.
  • Vertrauen kultivieren
    Eigene Unsicherheiten und Zweifel mit anderen teilen, eine Fehlerkultur etablieren, die Fehler als Lernchance begreift und Räume zum gemeinsamen Reflektieren schaffen.
  • „Regelverletzungskompetenz“ erweitern
    Regeln sind häufig auf der Basis alter Gewissheiten entstanden. Das bedeutet nicht, dass wir keine mehr brauchen. Aber wir brauchen an vielen Stellen mehr Kompetenz, Regeln infrage zu stellen und ggf. anzupassen.
  • Gemeinschaft nutzen
    
Der Austausch mit anderen kann helfen, Unsicherheit in einen konstruktiven Lernprozess zu verwandeln.
Gerade in Zeiten des Wandels braucht es Räume, in denen Entscheider:innen nicht nur Orientierung suchen, sondern gemeinsam Perspektiven entwickeln. Wir verstehen Lunch & X-CHANGE als genau einen solchen Raum – und freuen uns, ihn mit Ihnen weiterzuführen.

Dr. em. Dr. phil. Fritz Gairing – Experte für Transformationskompetenz
Transformationskompetenz
Fähigkeiten, Mindsets und Haltungen von Menschen und Organisationen zur erfolgreichen Gestaltung von Veränderungsprozessen.

Prof. em. Dr. phil. Fritz Gairing

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Gedanken zum Wandel aus einem Gespräch mit Fritz Gairing

die Komplexität und Dynamik unserer Zeit fordert uns heraus: als Menschen, als Teams, als Organisationen. Wie kann es uns dennoch gelingen, handlungsfähig zu bleiben? Wie führen wir durch Veränderungsprozesse, ohne in Aktionismus zu verfallen? Welche Kompetenzen und Denkweisen sind dafür erforderlich? Diesen und weiteren Fragen widmete sich unser letztes Lunch & X-Change mit Prof. Dr. Fritz Gairing. Mit seinem breiten Erfahrungsschatz aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung sowie seinem feinen Gespür für Zwischentöne, hat er uns eine Stunde lang mit Gedanken, Metaphern und Erfahrungen beschenkt, die nachhallen. Hier fassen wir für Sie das Wichtigste zusammen: 

Transformation braucht Entschleunigung

In der Logik der Geschwindigkeit liegt eine der größten Versuchungen heutiger Veränderungsprozesse. Doch Gairing macht deutlich: „Aktionismus ist die subtilste Form von Widerstand“ – und häufig reines Blendwerk. Denn: Wer hektisch voranstürmt wirbelt Staub auf, geriert sich damit als Speerspitze der Veränderung, weicht oft der eigentlichen Auseinandersetzung aus und trägt dazu bei, dass sich am Ende nichts verändert. Transformation braucht Räume des Innehaltens. Sie beginnt nicht mit der Frage: „Was tun wir?“, sondern mit: „Was genau, soll danach anders sein – und warum? Woran merken wir das?“
Wichtige Kompetenzen für den Weg

Gairing benennt diese Fähigkeiten, die in komplexen Veränderungssituationen den Unterschied machen:
  • Metakognition: Die eigene Perspektive reflektieren, blinde Flecken erkennen, Denkgewohnheiten in Frage stellen.
  • Mut (Courage): Das Vertrauen, unbekanntes Terrain zu betreten, ohne schon zu wissen, wo es hinführt.
  • Resilienz & Ambiguitätstoleranz: Die Fähigkeit, sich sie nicht schnell erschüttern zu lassen, „pragmatisch, zuversichtlich, nach vorne gedacht, vorzugehen“ und Mehrdeutigkeit auszuhalten.
  • Methode: Die methodische Kompetenz, Transformationsprozesse wirksam zu gestalten, zu begleiten und zu halten.

Beteiligung ist mehr als Mitnahme

Transformation kann dort gelingen, wo Beteiligung echt gemeint ist. Wo unterschiedliche Perspektiven nicht nivelliert, sondern neugierig aufgenommen werden. Die Glaubwürdigkeit und das echte Commitment des Topmanagements sowie die „Beteiligung der Mitarbeiter suchen und annehmen“ sind neben ausreichenden Ressourcen kritische Erfolgsfaktoren von gelingender Transformation.

Widerstand ist normal – und kostbar!

Widerstand ist nicht das Problem. Er ist ein Zeichen von Engagement. Ein Impuls, der gehört werden will.

„Widerstand ist Energie. Die Frage ist, wie wir sie nutzen.“

Statt den Widerstand zu bekämpfen und ihn „also moralisches Defizit zu betrachten“, lohnt es sich, ihm zuzuhören. Was wird hier sichtbar? Welche Sorge, welches Bedürfnis, welche Angst?

Bedrohung oder Verheißung?

Veränderung beginnt oft mit einer Geschichte. Eine, die Angst macht – oder eine, die Hoffnung schenkt.

„Es gibt zwei Motive für Veränderung: Fight the Dragon oder Win the Princess.“

Manchmal geht es darum, Bedrohungen zu begegnen – Krisen, Marktveränderungen, interne Notlagen. Und manchmal geht es um eine Vision, die begeistert. Beides kann antreiben. Organisationen, die in Transformation gehen, tun gut daran, beides zu reflektieren: Was bedroht uns? Was zieht uns an? Die Kunst besteht darin, Angst in Energie und Sehnsucht in Richtung zu verwandeln.

Was hilft: Klarheit, Beziehung – und Humor

„Beratung ohne Humor ist witzlos.“ (nach Fritz Simon)

Ein Satz zum Schmunzeln und ein echtes Anliegen von Fritz Gairing: Transformation braucht nicht nur Strukturen, sondern auch Zwischenräume: für Dialog, Reflexion und die Erlaubnis, nicht alles sofort zu wissen. „Wenn das alles nur verkrampft und bierernst ist, dann geht was schief.“
Humor und Heiterkeit sind keine Nebensachen, sondern tragende Elemente. Sie öffnen emotionale Räume, machen Neues denkbar und erleichtern das gemeinsame Lernen.

Aus dem offenen Austausch nahmen die Teilnehmenden Impulse mit wie:
„Ruhe bewahren“, „Freude wecken“, „bewusst gestalten“, „Sichtweisen verändern und andere Perspektiven einnehmen.“
Transformation gelingt nicht durch Geschwindigkeit, sondern durch Bewusstheit. Nicht durch Perfektion, sondern durch Mut. Und nicht durch Kontrolle, sondern durch die Bereitschaft, sich auf das Unbekannte einzulassen. Es gibt kein Patentrezept.

Wir danken Fritz Gairing und allen Zuhörer- und Mitdenker:innen für diese inspirierende Stunde und laden Sie ein, diese Impulse weiterzutragen – und mit uns weiterzudenken.


Prof. Dr. Jörg Wendorff – Experte für KI
Prof. Dr. Jörg Wendorff – Experte für KI
Mensch & Maschine
KI als Chance oder Herausforderung für unsere Gesellschaft!

Prof. Dr. Jörg Wendorff und Zoltan Boge

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Künstliche Intelligenz – faszinierend, überfordernd, unumkehrbar. Sie verändert unsere Arbeit, unsere Bildungslandschaft, unsere Selbstbilder. In unserem einstündigen Expertentalk haben wir das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: pädagogisch, technisch, gesellschaftlich. Eine Stunde – viele Einsichten. Für alle, die nicht dabei sein konnten, fassen wir die wichtigsten Gedanken zusammen.

Zwischen Faszination und Überforderung: Wo stehen wir?

Prof. Dr. Jörg Wendorff, Professor für Berufspädagogik, und Zoltan Boge, Informatiker und KI-Experte, schilderten eingangs ein differenziertes Lagebild: Es gibt sehr geteilte Reaktionen auf KI
  1. Begeisterung, teils unreflektiert.
  2. Überforderung, verbunden mit Rückzug oder Angst.
  3. Ignoranz, aus dem Gefühl heraus, nicht betroffen zu sein.
Überforderung ist, wenn auch auf unterschiedliche Weise bei fast allen zu spüren, trotz dem die Faszination noch so groß ist. Zoltan Boge spricht von einer von „Überforderung geprägten Faszination“, denn es sei unmöglich auf dem neusten Stand zu bleiben bei der rasanten Geschwindigkeit der Weiterentwicklung.

Die größte Herausforderung ist vielleicht gar nicht die Technologie – sondern wie wir als Menschen damit umgehen.“ – Martin Merdes

Hochschulen als Mikrokosmos: Lernen neu denken

Einblicke aus der Hochschulpraxis zeigten, wie stark KI schon Teil des Alltags ist – aber auch, wie wenig offen darüber gesprochen wird. Laut Prof. Wendorff nutzen etwa 80 % der Studierenden KI-Tools – allerdings häufig heimlich. Unsicherheit, Scham und fehlende Klarheit darüber, was erlaubt ist, prägen den Alltag.

Ich wünsche mir eine offenere Gesprächskultur. Wer KI nutzt, ist nicht faul – sondern neugierig. Aber das müssen wir sichtbar machen.“ – Prof. Dr. Jörg Wendorff

KI stellt damit nicht nur technische Fragen, sondern auch pädagogische und kulturelle:
  • Wie kann Lernen mit, statt gegen KI gelingen?
  • Was bleibt der Wert von Bildung, wenn Wissen jederzeit generiert werden kann?
  • Und wie begleiten wir Lernende und Lehrende gleichermaßen im Wandel?

Tools sind nicht die Lösung – aber ein guter Anfang

Zoltan Boge betonte: „Die meisten suchen das eine Supertool. Aber entscheidender ist, wie wir es nutzen. Je klarer wir selbst sind, desto besser das Ergebnis.

Der Schlüssel: Experimentieren – und das regelmäßig. Am besten nicht mit der Absicht, sofort perfekt zu sein, sondern mit Neugier: Was kann ich mit ChatGPT heute Neues lernen, schreiben, entdecken? Ein kleiner Alltags-Prompt – etwa: Was kann ich mit dem Inhalt meines Kühlschranks kochen? – kann der Einstieg in eine langfristige Beziehung mit KI sein.

Kritisches Denken bleibt essenziell

Einigkeit bestand in einem Punkt: KI ersetzt keine menschliche Urteilsfähigkeit. Gerade weil KI sehr überzeugend klingen kann – selbst wenn sie Unsinn erzählt –, ist kritische Reflexion wichtiger denn je.

Wichtig ist, eine eigene Haltung zu entwickeln:

  • Wie will ich KI nutzen?
  • Wo liegen ihre Grenzen?
  • Wie erkenne ich Qualität in den Ergebnissen?

KI darf keine Blackbox bleiben – sonst werden wir blind für ihre Schwächen. Und für unsere Verantwortung.“ – Zoltan Boge

Gestaltung statt Getrieben-Sein: KI ist auch eine Kulturfrage

KI ist nicht nur ein Tool – sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Wer darf sie nutzen? Wofür? Und wie schaffen wir es, dass sie nicht zu noch mehr Spaltung führt?

Impulse aus dem Gespräch:
  • Unser Bildungssystem überdenken
    Unser Bewertungssystem in der Schule beruht in großen Teilen auf Wissen und unseren Kindern wird vermittelt: erfolgreich ist, wer viel weiß! Hier sollte anders angesetzt und andere Qualitäten in den Fokus rücken wie z.B. Denkfähigkeit, Empathie, Kritisches Denken & Denken in Beziehungen und Wechselwirkungen.
  • Räume schaffen
    Es braucht Dialog, Austausch, Experimentierräume.
  • Als Organisation zur Nutzung von KI einladen und klar kommunizieren
    Unsicherheit zur Nutzung ausräumen und einen klaren Rahmen setzen, wie KI genutzt werden darf und welche Grenzen es gibt.
  • Menschlichkeit stärken
    Die Fähigkeiten, die Maschinen (noch) nicht haben – Empathie, Beziehungsgestaltung, ethisches Denken – werden immer zentraler.

Datenschutz: ein ungelöster Konflikt

Ein zentrales Thema war auch der Datenschutz. Während die Technologie rasant voranschreitet, hinken rechtliche Rahmen oft hinterher – insbesondere in Europa. Was darf ich eingeben? Welche Daten sind tabu? Welche Tools sind sicher? Die Gesprächspartner waren sich einig: Es braucht klare Leitplanken – und eine europäische oder deutsche KI-Alternative, die rechtliche Sicherheit schafft.

Wenn wir zu restriktiv sind, verpassen wir riesige Chancen – gerade im medizinischen Bereich. Aber wenn wir alles freigeben, verlieren wir Vertrauen. Wir brauchen eine Lösung dazwischen.“ – Prof. Dr. Jörg Wendorff

KI als Einladung zum persönlichen Wachstum

Ob als Coach, Führungskraft, Trainerin oder Studierende: Wir alle stehen vor der Aufgabe, unseren eigenen Umgang mit KI zu gestalten. Das kann unbequem sein – es ist aber auch eine große Chance.

Niemand hat nach dieser Veränderung gefragt. Aber sie ist da. Und sie geht nicht wieder weg. Jetzt ist die Frage: Was machen wir daraus?“ – Zoltan Boge

Fazit: KI verändert uns – aber wir gestalten mit

Der Talk machte deutlich:
  • KI kann entlasten – wenn wir lernen, sie sinnvoll zu nutzen.
  • KI erfordert neue Kompetenzen – aber auch Mut zur Lücke.
  • KI wirft Fragen auf – die wir als Gesellschaft gemeinsam beantworten müssen. Zum Beispiel: Worin liegen die wirklich menschlichen Qualitäten? Welche Selbstbilder gilt es loszulassen?

Was bleibt, ist die Einladung: Nicht warten – sondern anfangen. Ob in kleinen Experimenten, kollegialem Austausch oder strategischer Auseinandersetzung: KI ist nicht die Zukunft. KI ist Gegenwart.

Sie möchten mit Ihrer Organisation ins Tun kommen?

Neuland Development unterstützt Sie mit …
  1. Offenen Workshops zur Nutzung von KI
    
Unsere KI-Experten teilen ihr aktuelles Wissen rund um Hintergründe und die effektive Nutzung von KI. Gleichzeitig öffnen wir hier den Raum zum individuellen Experimentieren und gemeinsamen Lernen.
    
Nächste Termine: 20. August und 29. Oktober 2025
    
Anmeldung und weitere Infos hier.
  2. Inhouse-Veranstaltungen für Ihre Mitarbeiter:innen
  3. Beratung und Trainings rund um Gestaltung einer KI-Lernkultur in Ihrem Unternehmen
  4. Dialogformate mit Personalentwickler:innen: mit- und voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig inspirieren
 
Schreiben Sie uns – wir helfen Ihnen, Ihre Fragen zu sortieren, Potentiale zu erkennen und Ihren eigenen Weg zu finden.

Prof. Dipl. Des. Kai Beiderwellen – Experte für Futurescape Dynamics
Futurescape Dynamics
Die Zukunft gestalten, statt nur auf sie zu reagieren

Prof. Dipl. Des. Kai Beiderwellen

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Futurescape Dynamics – Die Zukunft gestalten, statt sie nur kommen zu lassen
Zwischen Nebellichtern, Störungen und Möglichkeitsräumen


Im letzten Lunch & X-CHANGE ging es nicht um Pläne mit Checklisten, sondern um Kompasse im Nebel. Martin Merdes von Neuland Development und Prof. Kai Beiderwellen öffneten gemeinsam mit den Teilnehmenden den Blick auf ein anderes Verständnis von Zukunft: Zukunft nicht als Zielpunkt, sondern als Landschaft voller Pfade, Signale und Überraschungen.

Zukunft beginnt mit einer Frage

Nicht mit der Antwort. Nicht mit Planung. Sondern mit der Frage:
„In welcher Zukunft wollen wir leben?“

Wer diese Frage ernst nimmt, verlässt das Terrain der Sicherheiten – und betritt einen Möglichkeitsraum. Einen Raum, in dem Unsicherheit nicht als Bedrohung, sondern als fruchtbarer Boden für Neues verstanden wird.“ – Martin Merdes

Lineare Pfade führen ins Dickicht

„Wenn ich nicht gestört werde, fange ich nicht an zu denken.“
Disruption, so Beiderwellen, ist kein Defekt, sondern ein Weckruf. Wer nur in geraden Linien denkt, übersieht das Netz aus Nebenwegen, Umwegen, Umbrüchen. Zukunft braucht zirkuläre Beweglichkeit statt planerischer Starrheit.

Frühwarnsysteme & Signale

„Zukunft sendet Signale – kleine Irritationen, Fundstücke, Trends in der Peripherie. Ein gutes Zukunftsdesign gleicht einem Frühwarnsystem mit Fühlern in alle Richtungen. Es übersetzt schwache Zeichen in Szenarien und Prototypen.
Beispielhaft: Aus dem Wachstumsmuster von Korallen entstehen Konzepte für neue Wasserfilter – und Ideen für Geschäftsmodelle von Tauchlehrern als Korallenfarmer.

Die Zumutung des Suchens

Zukunftsgestaltung heißt: Suchen ohne Garantie.
Wir mögen Happy Ends – aber Zukunft hat keinen Schlussakt. Wer Zukunft gestalten will, braucht Geduld, Neugier und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder infrage zu stellen.

Führung mit Narrenkappe

„Was wäre, wenn Führung darin bestünde, die unbequemen Fragen zu stellen?“ Beiderwellen schlägt ein Bild vor: eine Narrenkappe für Führung, die schützt, wenn Dinge gesagt werden, die sonst nicht ausgesprochen werden dürfen.

Fazit:
Zukunft wird nicht geplant – sie wird verhandelt. Wer gestalten will, muss Fragen zulassen, Muster brechen, sich überraschen lassen.

Wir helfen Ihnen dabei, solche Möglichkeitsräume im Unternehmen zu schaffen.


Michelle Neuland
Agilität auf dem Prüfstand
Erfahrungen aus der Praxis

Michéle Neuland

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Agilität auf dem Prüfstand – Haltung schlägt Methode                                                                          

Agilität ist seit Jahren ein Buzzword – aber was bedeutet es wirklich für Organisationen, Führungskräfte und Mitarbeitende? Michèle Neuland und Martin Merdes von Neuland Development tauschten sich über Erfahrungen, Chancen und Grenzen agiler Arbeitsweisen aus. Dabei wurde deutlich: Agilität ist kein Allheilmittel, sondern eine Haltung und ein Werkzeug, das bewusst eingesetzt werden muss.

Erfolgsfaktoren für Agilität

Ein roter Faden durch das Gespräch: Agilität gelingt nicht durch Methoden allein, sondern durch die Kombination von Haltung, Kultur und passender Anwendung.

Michèle Neuland betonte:
Ich glaube nicht, dass Agilität an sich als Methode die Antwort ist, sondern wir brauchen eine entsprechende Haltung.“

Agilität ist für sie kein neues Betriebssystem, das man einfach installiert. Sie ist eine innere Haltung, die sich zeigt in Eigenverantwortung, Vertrauen, Lernbereitschaft, Selbstreflexion – und darin, Unsicherheit nicht als Bedrohung, sondern als Teil des Spiels zu begreifen.

Entscheidend sei auch, die richtige Balance zu finden und nicht alle bisherigen Strukturen auf einmal über Bord zu werfen: „Es ist eine Beidhändigkeit – wir brauchen sowohl tradierte als auch agile Formate, je nachdem, was passt.“

Gefahren bei der Einführung von Agilität

Im Gespräch wurde auch deutlich, was Agilität scheitern lässt:

  • Überforderung durch Methodenfetisch: „Wir haben einfach nur ein Framework drüber gekippt und gehofft, dass das automatisch Haltung entwickelt – und das passiert eben nicht.“
  • Zu kurze Zeiträume: Erwartung, dass nach einem halben Jahr schon Erfolge sichtbar sind. „In den meisten Fällen dauert dieser Prozess mindestens ein bis zwei Jahre, bis er wirklich in Effizienz übergeht.“
  • Unklare Rollen: Wenn tradierte Funktionen einfach umbenannt werden („alle Abteilungsleiter werden Product Owner“), ohne neue Verantwortung zu definieren.
  • Falsch besetzte Schlüsselrollen: „Wenn ein Scrum Master nur noch Meeting Minutes macht, dann ist das eher eine Sekretariatsfunktion als eine Begleitfunktion.“
  • Überzogene Erwartungen: Agilität als Heilsbringer für Umsatzsteigerung oder Produktivität – ohne die nötige kulturelle Transformation.

Kompetenzen für agiles Arbeiten & Anforderungen an Führungskräfte

Mitarbeitende brauchen Kompetenzen wie

  • Selbstorganisation und Eigenverantwortung
  • Kooperations- und Feedbackfähigkeit
  • Offenheit für Experimente und Lernprozesse

Michèle Neuland fasste dies unter dem Begriff des Growth Mindsets:
„Menschen, die offen sind, Erfahrungen zu machen und zu lernen, haben weniger Angst davor, in unsichere Situationen zu gehen.“

Neue Rolle von Führung

Agilität verschiebt die Spielregeln – vor allem für Führungskräfte. Statt Steuerleuten, die jeden Handgriff anweisen, braucht es heute Architekten, die Räume gestalten:

  • Rolle als Enabler und Coach: „Führung heißt, Rahmen zu bauen, in dem Selbstorganisation und Verantwortungsübernahme gut funktionieren.“
  • Loslassen lernen: Statt Mikromanagement Vertrauen in die Kompetenz der Teams setzen.
  • Situativ entscheiden: „Eine zentrale Führungsherausforderung ist, klar zu haben: Was für ein Feld habe ich gerade vor mir – und welche Arbeitsweise passt dazu?“
  • Kulturarbeit: Führungskräfte sind gefragt, Feedback- und Lernkultur aktiv zu fördern.

Fazit

Agilität ist kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug, das sinnvoll eingesetzt werden will. „Es ist eine Bereicherung des Portfolios – und damit virtuos umzugehen, das ist unsere gemeinsame Herausforderung.“

Statt schnelle Erfolge zu erwarten, braucht es Zeit, Haltung und bewusste Führung. Wer Agilität als Haltung und Kulturarbeit versteht, kann Unsicherheit produktiv nutzen, Innovation beschleunigen und Zusammenarbeit stärken.

Agilität ist weder Wundermittel noch Modetrend. Sie ist wie ein scharfes Werkzeug: nutzlos, wenn es unbedacht eingesetzt wird – aber kraftvoll, wenn Haltung, Kultur und Führung zusammenspielen.

Haltung – wissenschaftlich erklärt

Forschung zeigt, dass Agilität nur dann Wirkung entfaltet, wenn Teams und Führungskräfte ein agiles Mindsetentwickeln. Dieses Mindset besteht aus mehreren Haltungen, die sich in Verhalten übersetzen lassen:

  • Lernbereitschaft & Fehlerfreundlichkeit: Fehler als Lernquelle nutzen, Retrospektiven ernst nehmen.
  • Psychologische Sicherheit: Offen Bedenken äußern können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.
  • Ownership / Verantwortung: Teams übernehmen Verantwortung für Ergebnisse, nicht nur für Aufgaben.
  • Vertrauen & Transparenz: Informationen teilen, Ziele und Entscheidungen offen kommunizieren.
  • Offenheit für Unsicherheit & Adaptivität: Unklarheiten aushalten, iterativ vorgehen.
  • Kooperationsorientierung: Interdisziplinär zusammenarbeiten und Wissen teilen.
  • Growth Mindset: Überzeugung, dass Fähigkeiten entwickelbar sind – Lernen steht über Status.

3-Punkte-Check für Teams:

  1. Finden bei uns regelmäßig Retrospektiven mit echten Learnings statt?
  2. Kann jede:r im Team ohne Angst Bedenken äußern?
  3. Trifft das Team Entscheidungen eigenständig und übernimmt Verantwortung?

Wenn eine dieser Fragen mit „Nein“ beantwortet wird, lohnt es sich, gezielt an Haltung zu arbeiten – z. B. durch Coaching, Feedbacktrainings oder Pilotprojekte.


Michelle Neuland
Digitale Resilienz
Kernkompetenz für eine neue Arbeitswelt

Iris Teicher

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Dieser Lunch & X-CHANGE hat kraftvoll gezeigt, wie echte Dialoge frische Perspektiven auf Führung und Resilienz eröffnen. Inspiriert von Ihren Fragen und Beiträgen haben Iris Teicher und Michael Schleppe gemeinsam herausgearbeitet, wie Teams widerstandsfähiger durch den digitalen Wandel navigieren können.

Kontext & Relevanz

Unsere Stunde begann mit einem kurzen Ankommen und bewusstem Innehalten: Transformation geschieht dort, wo innere Haltung und äußeres Handeln zusammenkommen. Gemeinsam reflektierten wir die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt – Tempo, Informationsflut und die Verschmelzung von Privat- und Berufsleben stellen Führung und Teams täglich auf die Probe. Die zentrale Frage: Wie können wir Raum für Klarheit, vertrauensvolle Führung und mutige Veränderung schaffen?“

Digitale Resilienz – Tiefer verstanden

Wir haben den Begriff „digitale Resilienz“ neu beleuchtet. Neben dem souveränen Umgang mit digitalen Tools stand insbesondere die innere Widerstandskraft im Fokus. Offenheit für Unsicherheiten, das Zulassen von Fehlern und die bewusste Förderung psychologischer Sicherheit wurden als Schlüssel zum Erfolg diskutiert – wissenschaftlich fundiert und praktisch relevant für innovative, lernbereite Teams.
Dabei verstehen wir digitale Resilienz als Kernkompetenz für eine neue Arbeitswelt – basierend auf dem gleichnamigen Essentials-Buch von Iris Teicher und Stefan Burges. Ihr interdisziplinärer Ansatz integriert vier integrale Ebenen: die technologische, soziale, psychologische und neurobiologische. Dieses Zusammenspiel eröffnet ein tiefes Verständnis dafür, wie Menschen und Organisationen im digitalen Wandel Stabilität, Lernfähigkeit und Innovationskraft vereinen können. So wird digitale Resilienz zum Schlüssel für nachhaltige Performance und Führung mit Weitblick in einer sich permanent verändernden Welt.

Impulse & Fragen aus der Community

Im offenen Austausch gingen wir insbesondere auf die Führung auf Distanz und das Schaffen echter Nähe in virtuellen Räumen ein. Es wurde bestätigt, dass Wertschätzung, Vertrauen und Teamrituale aktiv gestaltet werden müssen. Kollegiale Beratung, kontinuierliche Reflexion und die Bereitschaft, das eigene Nicht-Wissen zu zeigen, sind Basis für Orientierung und eine zukunftsfähige Zusammenarbeit.

Methoden & Learnings für nachhaltige Praxis

In praktischen Übungen und Diskussionsrunden haben wir folgende Formate erlebt und reflektiert:
  • Achtsamkeitsübungen und Micro-Pausen zur Stressreduktion
  • Persönliche Check-ins und „Lessons Learned“-Formate als Türöffner für ehrliche Begegnung und gemeinsames Lernen
  • Generationsübergreifender Austausch und gezielte Reflexionsrunden als Booster für neue Impulse
  • Gesunde Routinen und offene Fehlerkultur als Fundament einer widerstandsfähigen Organisation

Stimmen & Erkenntnisse

Die Teilnehmenden berichteten, wie zentral psychologische Sicherheit, geteilte Werte und gelebte Wirksamkeit für erfolgreiche und nachhaltige Transformation sind. Besonders gewürdigt wurde die Offenheit für Unsicherheiten als Basis für Innovation.

Inner Development Goals (IDGs)*

Mit den Inner Development Goals (IDGs) haben wir ein wissenschaftlich fundiertes Framework integriert, das den Wandel von innen heraus unterstützt:

Being: Präsenz, Selbstwahrnehmung und innere Stabilität
Thinking: Systemisches Denken, Perspektivenwechsel und Komplexität erfassen
Relating: Empathie, vertrauensvolle Beziehungen und gegenseitige Wertschätzung
Collaborating: Co-Kreation und kollektives Lernen
Acting: Mutiges, verantwortungsvolles Handeln

Diese fünf Dimensionen gestalten Entwicklung als dynamischen Prozess – individuell, im Team und in der Organisation. Das IDG Framework fungiert dabei als Bridging Framework, das den Wandel zwischen innerer und äußerer Transformation verbindet. Es schafft eine integrative Brücke zwischen persönlicher Entwicklung und organisatorischem Wandel, indem es individuelle Bewusstseinsarbeit mit kollektiven Veränderungsprozessen verknüpft. So wird Transformation nicht nur als äußere Anpassung verstanden, sondern als ganzheitlicher Prozess, der innere Haltung, Zusammenarbeit und wirkungsorientiertes Handeln miteinander in Einklang bringt.

Konkreter Praxistipp

Verankern Sie Formate für offenes Feedback und Reflexion im Team – nach Projekten, Sprints oder Meetings. Teams, die psychologische Sicherheit leben und Fehler als Lernchance begreifen, sind resilienter, innovativer und bereit für die Zukunft.


*IDG Initiative / 29k Foundation. (2021). Inner Development Goals – Transformational skills for sustainable development. Stockholm: 29k Foundation.

Dr. Daniel Stoller-Schai
KI verändert alles! Und sie führt uns auch schon.
KI, Verantwortung und menschliche Führung.

Dr. Daniel Stoller-Schai

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Bei dieser Session haben wir mit Dr. Daniel Stoller-Schai – Experte an der Schnittstelle von KI, Lernen und Organisationsentwicklung – über ein Thema gesprochen, das uns alle betrifft:

Führung im KI-Zeitalter. Und die Frage: Führe ich die KI – oder führt die KI mich?

Was wir besprochen haben

KI verändert, wie wir arbeiten – das ist keine Neuigkeit mehr. Aber verändert sie auch, wie wir führen? Und wenn ja: in welche Richtung?
Dr. Daniel Stoller-Schai bringt seit über 30 Jahren Pädagogik und Informatik zusammen – lange bevor das jemand verstanden hat, wie er selbst sagt. Heute begleitet er Unternehmen in der Schweiz und Deutschland bei genau dieser Frage. Sein Blick ist erfrischend unaufgeregt: weder Hype noch Angst, sondern ehrliche Auseinandersetzung.
Gemeinsam haben wir drei Spannungsfelder beleuchtet, die in der Praxis immer wieder auftauchen:

1. KI schafft keine Freiräume – sie verdichtet Arbeit

Seit den 70er Jahren begleitet uns der Mythos: Erst kamen Computer, jetzt kommt KI – und endlich haben wir Zeit fürs Wesentliche. Die Realität sieht anders aus. Ein Professor für Arbeitspsychologie der ETH Zürich bringt es auf den Punkt: Was tatsächlich passiert, ist eine Verdichtung der Arbeit. Wir erledigen in zwei Tagen, wofür wir früher zwei Wochen brauchten – und füllen die gewonnene Zeit sofort mit neuen Projekten.
Das bedeutet: Freiräume entstehen nicht von selbst. Sie müssen bewusst geschaffen werden. Führungskräfte, die das nicht aktiv gestalten, riskieren neue Belastungen statt echter Entlastung – für sich und ihre Teams.

2. Denken – Prompten – Denken

Das ist der Schlüsselsatz, den Dr. Daniel Stoller-Schai aus seiner täglichen Praxis mitgebracht hat – und der in unserer Runde sofort gezündet hat. Denn KI kann unsere Gedanken nicht lesen. Je unklarer wir reingehen, desto beliebiger das Ergebnis.
Was das konkret bedeutet: Vor jedem KI-Einsatz lohnt sich eine kurze Leitfrage – Was genau will ich erreichen? Für wen? Woran erkenne ich ein gutes Ergebnis? Erst dann prompten. Und danach: das Ergebnis wirklich prüfen, einordnen, hinterfragen. Nicht einfach übernehmen.
Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Die KI kann mehr, als ich gedacht hätte – wenn ich weiß, was ich will.“
Das klingt simpel. Aber es ist alles andere als trivial.

3. Human in the Loop – Führung oder Illusion?

„Human in the Loop“ gilt als das Zauberwort, wenn es um verantwortungsvolle KI-Nutzung geht. Aber Dr. Daniel Stoller-Schai hat eine unbequeme Gegenfrage gestellt: Was bedeutet es wirklich, wenn ich am Ende eines KI-Prozesses stehe, der bereits Millionen von Dokumenten analysiert und Entscheidungsgrundlagen geschaffen hat – und ich soll dann noch „entscheiden“?
Wer die Führung zu Beginn eines Prozesses nicht aktiv übernimmt, nickt am Ende nur noch ab. Das ist kein Human in the Loop – das ist eine Illusion von Kontrolle. Echte Führung im KI-Zeitalter bedeutet: von Anfang an mit Klarheit reingehen, die KI als Herausforderin nutzen – nicht als Entscheidungsabnehmer.

Der Schlüsselsatz aus unserer Runde

„Führung im KI-Zeitalter heißt: Der Mensch bleibt in Führung, nutzt KI als Herausforderin und verbindet Denken, Prompten und Prüfen zu verantwortungsvollem Handeln.“

Was unsere Teilnehmenden in den Chat geschrieben haben, war bemerkenswert ehrlich: „Ich führe die KI.“, „Führung nicht an KI abgeben.“, „KI und Computer schaffen Zeit – das ist ein Mythos seit den 70er Jahren.“ Und immer wieder: „Denken – Prompten – Denken.”


Unsere bisherigen Themen

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Julia Auth – Neuland Development

Julia Auth
Teamassistenz Personal- und Organisationsentwicklung

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